Lehrkräfte unterwegs mit Erasmus+

Neben den Mobilitäten von Schüler*innen nach Straßburg, Helsinki und Krakau haben sich dieses Schuljahr auch Lehrer*innen im Rahmen von Erasmus+ auf den Weg gemacht, um sich im europäischen Ausland fortzubilden, die Ziele unseres Erasmus-Plans weiter zu verfolgen und europäische Kontakte auf- und auszubauen. Hier ein Einblick:

Tallinn, Estland: Wie sieht die Schule der Zukunft aus?
Im Rahmen unseres Erasmus+ -Projekts haben Frau Husemann und Herr Schönfelder sich im Mai auf den Weg nach Tallinn gemacht und sind mit einem Koffer voller Eindrücke zurückgekehrt. Auf dem Programm stand der Besuch des Tallinna Saksa Gümnaasium und weiterer Schulen in der estnischen Hauptstadt die zeigen, wie durchdacht und überraschend anders Lernräume gestaltet sein können.

Was sie dabei besonders fasziniert hat, war die Frage, wie sehr ein Gebäude das Lernen selbst beeinflusst. Sie haben Klassenräume gesehen, in denen sich die Möbel mit wenigen Handgriffen umstellen lassen, vom klassischen Frontalunterricht zu Gruppentischen in Sekunden. Die Raumgestaltung war offen, hell und einladend, oft mit fließenden Übergängen zwischen Unterrichts-, Ruhe- und Begegnungszonen.

Auch Themen, an die man im Schulalltag selten denkt, standen plötzlich im Mittelpunkt: Wie sorgt gute Akustik dafür, dass konzentriertes Arbeiten und lebhafter Austausch nebeneinander möglich sind? Und welche Rolle spielt das Licht für Stimmung und Aufmerksamkeit? Die flexiblen Möbel, die klugen Lichtkonzepte und die ruhige Akustik haben gezeigt, dass Lernumgebung weit mehr ist als nur „vier Wände und ein paar Tische“.

All diese Eindrücke wurden natürlich nicht nur im Kopf, sondern auch mit der Kamera festgehalten. Zu Beginn des kommenden Schuljahres werden die schönsten Aufnahmen in einer Fotoausstellung bei uns in der alten Mensa gezeigt, damit Schülerschaft, Elternschaft sowie die Lehrkräfte diese Eindrücke geteilt bekommen.
(Mehr Infos zu Ort und Termin der Ausstellung folgen rechtzeitig hier auf der Homepage.)

Tabor, Tschechien: Job-Shadowing
Frau Geis war vom 13. bis 18. April zu Gast an der Obchodní akademie in Tábor, Tschechien. Das Ziel war auch die bereits bestehende Partnerschaft fortzuführen. Thematisch ging es vor allem um einen Austausch bezüglich der Digitalität (sie durfte u.a. in eTwinning-Klassen hospitieren) und des selbstorganisierten Lernens. Auch konnte sich zum Deutsch- und Philosophieunterricht an der Obchodní akademie ausgetauscht werden.

Ihre Erfahrungen hat sie in der Englischfachschaft multipliziert und sie steht gerne für alle Fragen zur Verfügung. Wir wurden ausdrücklich von den Kolleg*innen in Tabor zu weiteren Besuchen eingeladen, die Partnerschaft soll fortgeführt werden.

Norrland, Schweden: Nachwachsende Rohstoffe und kultureller Austausch
Nachdem die 6b ein eTwinning-Projekt mit einer siebten Klasse aus Schweden durchgeführt hatte, ist Frau Berghahn im Mai per Green Travel (18 Std. Bahn) ins Land der Wälder gereist, um die Matfors Skola bei einem Job-Shadowing mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit näher kennenzulernen. Dort wurde das bestehende Projekt zu einem Schüleraustausch weiterentwickelt, damit im Herbst eine Schülerdelegation nach Nordschweden reisen kann. Schwerpunkt: „Holz als nachhaltiger Rohstoff“. Schön wäre es den Kontakt zu verstetigen, denn die Kommunikation auf Englisch ist unkompliziert, während das Leben in Norrland doch so anders ist, dass die Schülergruppen viel austauschen und erleben können.

Gent, Belgien: Mehrsprachigkeit als Ressource
Ende Mai 2026 hat Frau Amado im Rahmen unseres Erasmus+-Projekts an einer Fortbildung in Gent teilgenommen. Der Kurs „From CLIL to Translanguaging: Strategies to Integrate Migrants“ beschäftigte sich mit der Frage, wie mehrsprachige Schüler*innen im Unterricht besser unterstützt werden können. Im Mittelpunkt standen praktische Ansätze wie CLIL (= Content and Language Integrated Learning), Translanguaging und Place-Based Learning. Dabei ging es vor allem darum, Sprache, Fachinhalte und die Erfahrungen der Lernenden miteinander zu verbinden und Mehrsprachigkeit bewusst als Ressource zu nutzen.

Die vielen Impulse aus Gent möchte Frau Amado nun in die Arbeit mit unseren internationalen Vorbereitungsklassen (IVK) einbringen und im Rahmen eines Workshops mit interessierten Kolleg*innen teilen.

Texte: L. Bläsing, A. Carstens, G. Husemann, J. Schönfelder, C. Geis, G. Berghahn, C. Amado
Fotos: J. Schönfelder, C. Amado
Logo: Erasmus+

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