Facettenreicher Konzertabend am Ohmoor
Der Culture Club 2026
Am 07. Mai 2026 war es in der vertrauten Atmosphäre der „Alten Mensa“ des Gymnasiums Ohmoor wieder soweit: Der „Culture Club“ lud zu seinem jährlichen Zusammentreffen der verschiedensten Musiker und Musikerinnen.
Ein präziser Auftakt und junge Talente
Den anspruchsvollen Beginn des Konzerts markierte das Hilaris Ensemble, bestehend aus den Oberstufenschülern und -schülerinnen Dilara (Flöte), Smilla (Oboe), Berit (Fagott), Marius (Horn) und Johanna (Klarinette). Mit dem „Quintet for wind instruments“ des polnischen Komponisten Wojciech Kilar, wählten die jungen Musiker ein klassisch-modernes Werk, das durch seine vier Sätze hohe Anforderungen an Ausdauer und Konzentration stellt. Beeindruckend war hierbei vor allem die technische Präzision: Die Preisträger des Wettbewerbs „Jugend Musiziert“ agierte hervorragend aufeinander abgestimmt, wobei sowohl die saubere Intonationsarbeit als auch die gelungenen solistischen Passagen hervorzuheben sind. Die fünf Instrumentalisten zogen das Publikum sofort in ihren Bann.
Es folgte ein Wechsel der Klangfarben hin zur Gitarre. Melina, ebenfalls Schülerin des 11. Jahrgangs präsentierte zunächst ganz solistisch Fleetwood Macs „Big Love“, bevor sie – unterstützt von Thorsten Hansen – eine rhythmisch packende Version von Chick Coreas „Armando’s Rhumba“ darbot. Dass der Culture Club auch eine Bühne für Singer-Songwriter bietet, zeigte anschließend Colin Ross, der Schulgemeinschaft vermutlich bisher ausschließlich als Theaterlehrer bekannt. Colin sorgte mit einer Auswahl eigener Songs für eine intime, authentische Atmosphäre und bot auch Einblicke in die Schaffensprozesse seiner Songs.
Lehrer-Power und kreative Vielfalt
Ein fester Bestandteil und Publikumsliebling bleibt die Lehrerband des Gymnasiums Ohmoor. In einer ungewöhnlichen, aber reizvollen Besetzung mit Geige, Akkordeon, Gitarre, E-Bass, Klavier und Gesang interpretierten sie den Pop-Song „Wenn jetzt Sommer wär“ von Ingo Pohlmann. Wie schon im Vorjahr war die spürbare Freude am Musizieren jenseits des Klassenraums ansteckend und bildete den perfekten, schwungvollen Abschluss des ersten Teils, bevor sich die Gäste am Kuchenverkauf für die zweite Hälfte stärken konnten.
Nach der Pause wurde es emotional: Malina (Gesang) und Eddi (Piano) überzeugten mit einem anspruchsvollen Set aus Coverversionen von Adele und Alicia Keys sowie Malinas eigenen Kompositionen wie „Ego-coat“ und „Vogue and red tights“. Die Mischung aus stimmlicher Ausdruckskraft und Mut zu eigenen Texten unterstrich einmal mehr das hohe Niveau der schulinternen Beiträge.
Ein Finale mit „Youphoric“-Faktor
Zum großen Finale des Abends betrat die fünfköpfige Band Youphoric die Bühne. Mit einem rund 25-minütigen Programm gelang es den eingeladenen Profi-Jazzmusikern, die ohnehin schon gute Stimmung im Saal auf einen neuen Höhepunkt zu treiben.
Der Bandleader und Schlagzeuglehrer Janosch Pangritz erläuterte mit einer guten Prise Selbstironie seine Kompositionsideen und stellte seine unglaublich talentierten Bandmitglieder vor. Mitreißende Rhythmen, teils ungewöhnliche, teils eingängige Melodien der E-Geige und der Sängerin und nicht zuletzt eine starke Bühnenpräsenz aller fünf Musiker sorgten dafür, dass der Culture Club 2026 nicht nur andächtig, sondern mit purer Energie und Rufen nach einer Zugabe endete.
Auch wenn sich die Leitung mit Janina Hippe geändert hat, bleibt das Versprechen des Culture Clubs bestehen: Eine Bühne zu sein, die Profis, Lehrer und Schüler in ihrer Liebe zur Musik vereint. Man darf gespannt sein, welche Wege dieses Konzertformat in den kommenden Jahren noch einschlagen wird.
Text: Janina Hippe, / Fotos: Carl Bautsch

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