Das Geo-Bio-Profil auf Energieexkursion in Wilhelmsburg
Ein Beitrag der Schüler:innen Jenna, Greta, Ida, Arezu, Elmar, Hanna, Jovan, Lukas
Die Schüler:innen des Geo-Bio-Profils entwickelten im Rahmen des Unterrichts bei Frau Carstens eine Exkursion zur Energieversorgung des Hamburger Stadtteils Wilhelmsburg, die am 01.04.2026 stattfand. Im Folgenden einige Eindrücke:
Wir starteten im Inselpark. Seit der internationalen Bauausstellung 2013 sind dort viele verschiedene Paradebeispiele für zukunftsorientierte, nachhaltige Architektur erbaut worden. Als besonders innovativ empfanden wir zum Beispiel das „Water House“, welches auf Betonpfählen in bislang ungenutzten Wasserbecken steht und Geo- und Solarthermie kombiniert .
Gleichzeitig sind uns jedoch beispielsweise beim „Wood Cube“ einige Fragen aufgekommen. Da das gesamte Gebäude ausschließlich aus Holz gefertigt ist, vermuten wir, dass die Verwitterung dem Haus in Zukunft zusetzen wird. Erste Spuren haben wir davon bereits erkennen können. Dementsprechend ist unklar, wie zukunftsfähig das Projekt tatsächlich ist.
Insgesamt hat uns die Exkursion sehr gut gefallen. Die innovativen Konzepte haben uns zum einen fasziniert, zum anderen aber auch ermutigt. Zwar sind die Preise der Wohnkomplexe aufgrund der aufwendigen Architektur noch nicht für die breite Masse tragbar, aber dennoch sind wir voller Hoffnung, dass diese Projekte sich weiter etablieren werden und zu unserem Ziel einer nachhaltigen Zukunft beitragen können.
Nach dem Inselpark fuhren wir per Bus zum Energieberg. Dort angekommen, hat Henri uns einen Vortrag über die Geschichte des Bergs gehalten: Der Energieberg Georgswerder in Hamburg-Wilhelmsburg ist ein beeindruckendes Beispiel für den Wandel einer ehemaligen Giftmülldeponie zu einem Ort der regenerativen Energieerzeugung und einem beliebten Ausflugsziel.
Der heutige Energieberg startete 1948 als Deponie für Trümmer- und Hausmüll. Bis in die 1970er Jahre entwickelte sie sich zu einer unkontrollierten Deponie für hochgiftige Industrieabfälle. 1983 wurde bekannt, dass austretendes Dioxin den Berg zu einem gefährlichen Umweltrisiko machte. Nach jahrzehntelanger Sanierung in Form von kompletter Versiegelung und Sicherung des Geländes verwandelte die IBA 2013 die Deponie schließlich in einen Ort der sauberen Energiegewinnung, der heute mit Wind- und Sonnenkraft Strom produziert und Besuchern einen spektakulären Rundblick bietet. Das Beispiel des Energiebergs lässt sich perfekt in unseren Geounterricht einbauen, da es die Theorie der Energiewende direkt in unserem Umfeld greifbar macht.
Zum Schluss ging es zum Energiebunker, wo wir eine informative Führung durch einen Vertreter der Hamburger Energiewerke erhielten. Der ehemalige Luftschutzbunker stand nach der Sprengung des Innenraums durch die britische Armee 1947 ungefähr 60 Jahre lang als Ruine da. Erst ab 2006 wurde ein neues Konzept für den Bunker erstellt: Der Bunker sollte sinnvoll genutzt werden, aber auch als Erinnerung an den Krieg dienen.
Zwischen 2011 und 2015 wurde der Bunker dann umgebaut, zum heutigen Energiebunker. Dieser kombiniert mehrere nachhaltige Energieträger, u.a. Solarenergie, Geothermie und die Nutzung von Abwärme. Hierbei soll die Geothermie in diesem Jahr eine große Rolle spielen: In einer Tiefe von etwa 1300 Metern wird etwa 48 Grad Celsius heißes Wasser hochgepumpt und anschließend auf ca. 70-80 Grad Celsius erhitzt, um genutzt werden zu können. Die Besonderheit hierbei ist, dass das Wasser wieder zurück in den Boden geführt wird. Somit kann diese Quelle auch noch in ferner Zukunft genutzt werden, da sie nie aufgebraucht wird. Sollte die Energie nicht direkt verwendet werden können, steht im Inneren des Bunkers ein Wärmespeicher mit zwei Millionen Litern Wasser, der die ungenutzte Wärme speichern und später freigeben kann. Der Bunker ist ein Paradebeispiel, wie man eine ungenutzte Fläche für die nachhaltige Energieversorgung einer Stadt nutzen kann, denn durch die Umbauten können aktuell ca. 1500 Haushalte mit nachhaltigem Strom versorgt werden.
Fotos: A. Carstens

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